| Die
Beschreibung meines "Werdeganges" findet Ihr bei meiner lieben Frau
Kornelia.
Hier
möchte ich nur ganz kurz erzählen, was man denn so empfindet, wenn man
jemanden an seiner Seite verfolgen darf, wie er sich seinen Träumen nähert.
Man
spürt die Vorfreude schon besonders stark bei der Anfertigung der Kostüme.
Obwohl dies bestimmt eine unglaublich große Anstrengung und harte Arbeit
bedeutet, sieht man im Gesicht des Künstlers bei jedem fertigen Teil dieses
Aufleuchten von Erfüllung. Man spürt, wie sich die Gedanken im Kopf
überschlagen - wie das Herz schneller zu schlagen beginnt. Auch ohne spezielle
Ausbildung erkennt man den Virus - der - wenn er sich einmal breit gemacht hat
- leider - oder besser zum Glück - unheilbar ist.
Je
näher man mit seiner Maske der Stadt Venedig kommt, umso unruhiger verhält
sich der infizierte - und wenn es ums Ankleiden geht - kurz vor der Präsentation
- spürt man plötzlich diese Unsicherheit. Sie lässt sich durch
die schönsten Komplimente der Welt nicht vertreiben. Hartnäckig bleibt
sie im Gesicht - bis - ja, bis sich die ersten Blicke der Bewunderer in den Gassen
wie Kletten an die Erscheinung heften. Dann ganz plötzlich fühlt es
sich an, als hätte man da jemandem aus einem anderen Jahrhundert an seiner
Hand. Voll Grazie und Stolz schreitet man Seite an Seite durch die verträumteste
Stadt der Welt und ist glücklich, einen kleinen Teil des Weges eines Traumes
mitgehen zu dürfen.
Ich
wünsche meiner Frau noch viele wunderschöne Träume und genieße
jedes einzelne Aufleuchten in Ihren Augen.
Text:
Günther
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